Ich war dann so angetan davon das ich über ein Jahr sogar auf einer Bahn gearbeitet habe.
In der Zeit von 93-95 habe ich viele Kartrennen bestritten, indoor mit Leihkarts.
Nach guten Erfolgen, unter anderem Finalteilnehmer des Goodyear-Kartcups (die 36
schnellsten von angetretenen ca. 25000) wurde dann gewechselt auf richtige Rennserien,
in meinem Fall die Nordeutsche ADAC Kart-Challenge, kurz NAKC.
Als Quereinsteiger in die laufende Saison bin ich in der Klasse 340VT (4-Takt mit rund 18PS)
noch die letzten drei Rennen gefahren, wurde hier im letzten Saisonlauf auf der Kartbahn
in Büren sogar mit dem Sieg belohnt.
Euphorisch wurde dann die Klasse gewechselt, die neue Saison wurde für die Klasse
ICA 100 (100ccm Zweitakter, rund 30ps) vorbereitet.
Leider, hier lief nicht viel.
Abstimmungsprobleme, sowohl vom Chassis als auch vom Motor liessen mich die ersten
Rennen im Mittelfeld "rumgurken". Man sollte sich an dieser Stelle noch mal vor Augen
halten das ein einzelner Motor in dieser Klasse seinerzeit schon rund 3000DM gekostet
haben. Zudem mussten sie ständig, eigentlich nach jedem Rennen revidiert werden.
Hinzu kommt noch das die Motoren doch recht leicht einfach verreckten.
Hier waren Gründe wie Kolbenklemmer (Vergaser zu mager bedüst) die Hauptursache.
Abhilfe : Grössere Düse -> Fettere Mischung.
Dumm nur das du dadurch in den oberen Drehzahlen weniger Leistung hat. Schon verlierst
du gleich mehrere Plätze, sei es im Qualifing wie auch im Rennen.
Beim Fünften Saisonlauf in Jüterbog ist mir eben das passiert. Im Qualifing ist mein erster
Motor verreckt, kapitaler Schaden, nix mehr zu retten.
Im zweiten Finallauf dann mein Ersatzmotor, Kolbenfresser. Reparabel aber teuer.
Das wars dann.
Alles wurde viel zu teuer, ich konnts nicht mehr bezahlen.
Wirklich tief frustriert habe ich an dem Tag meinen Helm an den Nagel gehängt und 12 Jahre
eine Kartbahn nicht mal mehr von weitem gesehen.
Vor circa zehn Wochen dann machte ein Kumpel den Vorschlag mal eine Runde zu
fahren. Ich sagte zu und so sind wir auf die nahegelegene KART2000.
Fatal !
Sofort war ich wieder vom Racing-Fieber infiziert.
Bei Recherchen im Internet wurde ich dann fündig.
Die Rotax-Max Klasse soll es sein. 125ccm Zweitakter, rund 30ps. Diese Klasse wird in den
letzten Jahren immer beliebter.
Dies aus zwei Gründen :
Die Motoren sind sehr haltbar, gehen also nicht so schnell kaputt. Der Motorenhersteller
gibt Wartungsintervalle von 50 Betriebsstunden an, sollte man aber für absolut volle
Leistung etwa alle 20 Betriebsstunden gemacht werden. Da die Rotax-Motoren speziell
und ausschliesslich für die Anforderungen im Kartsport entwickelt wurden wird sogar
Garantie gegeben, ein Novum in der Scene.
Hierdurch werden die Kosten erheblich reduziert so das diese Serie wieder bezahlbar ist.
Zum Zweiten gibt es eine eigene Rennserie, die Rotax-Max-Challenge.
Wie es onboard bei so einem Rennen aussieht, dafür hier mal ein Video.
Es kommt aus der holländischen Rotax-Max-Challenge (RMC).
Fliegender Start, Rennen startet etwa 1:10.
Ich werde am Wochenende 20-22.6 in Oschersleben erstmalig wieder aktiv ins
Renngeschehen einsteigen.
Dies in einer Amateurserie, der NKC.
Für dieses Rennwochenende habe ich mir erst einmal ein Kart gemietet.
Denn ich kann heute wirklich noch nicht sagen ob ich diese Rennserie auf Dauer
mitfahren werde oder eben auch nicht. Oschersleben soll halt ein test sein ob die
wirklich schnellen Karts noch mein Ding sind. Oder eben doch nicht mehr.
Ermöglicht wird dies durch die Firma Tom-Tech. Die bauen eins für mich auf,
gebrauchtes Chassis der Firma VRC und einen ebenfalls gebrauchten Rotax-Max-Motor.
Ausserdem kümmern die sich um Hin/Rücktransport, Ersatzteile, Chassis und
Motorabstimmung. Mithin also ein "Rundum-Sorglos-Paket.
"Nur" fahren muss man selbst.
Ich habe keine Ambitionen da irgendwie vorne mitzufahren. Halt testen und schaun,
sich an die Motorleistung, das Chassis und die Bahn gewöhnen.
Egal wie gut oder schlecht es gelaufen ist, ich werde es hier berichten.
Apropos "Generalprobe gelungen" :
Da ich zur Zeit kein eigenes Kart habe suchte ich noch mal ein Rennen mit Leihkarts (9ps)
wo ich mitfahren koennte um etwas zu trainieren. Hierbei sties ich auf die Jungs vom
B.O-Racingteam. Diese fahren seit Jahren Hobbymässig ihre Rennen.
Auf der Kartbahn in Büren wurde dann gestern "geraced". Im 20-minütigen Qualifing lief
es noch nicht ganz rund, hier musste ich mich knapp geschlagen geben und stand fürs
Rennen "nur" auf Startplatz 2.
Im 40-Minuten-Rennen schaffte ich es am Start nicht den Polesetter zu kassieren. Im laufe
der Zeit wechselte die Führung mehrfach hin und her. Etwa bei Halbzeit des Rennens
gelang mir ein gutes Überholmanöver durch das ich sofort die Führung und etwa 2 Kartlängen Vorsprung gewann. Diese baute ich Runde für Runde ein klein wenig aus. So konnte ich hier
bei meinem ersten Rennen seit ewigen Zeiten gleich wieder den Sieg sichern.
Na dann,
Keep on Racing 